Japan hasst das iPhone
Die Insel, die als Tummelplatz innovativer Vorreiter-Produkte und High End-High Tech gilt, und deren Einwohner der restlichen Welt nicht selten um ein Jahr voraus sind, wenn es um technische Perfektion, kritischen Konsum und das schnelle Annehmen neuer Anwendungen geht, darf getrost als der umstrittenste, härteste Mobilfunkmarkt der Welt bezeichnet werden.
Auf den ersten Blick mag das mit einem hohen Absatzmarkt für Apples iPhone nicht im Widerspruch stehen – aber bei genauerer Betrachtung fallen einem schnell die Mankos auf, durch die Apple als Handy-Anbieter für einen Großteil der Japaner unbrauchbar wird. Japan ist verrückt nach selbstgedrehten Videos und TV für unterwegs – zwei Dinge, mit denen das iPhone auch in seiner aktuellsten Ausführung nicht aufwarten kann.
Jüngste Umfragen unter japanischen Handy-Konsumenten zeigen, dass nicht weniger als 91 % dem iPhone abneigend gegenüber stehen. Apple reagiert auf das praktisch nicht vorhandene Interesse mit Gratisaktionen; während Europa sein iPhone noch als Statussymbol unter Technik-Affinen sieht, lässt sich Japan das vermeintlich coole Handy nicht einmal gerne schenken.
Stattdessen greift man derzeit mit Vorliebe nach dem Style-versessenen Panasonic P905i, das nebst bester technischer Ausrüstung auch Sensoren für bewegungsreaktive Spiele nach Wii-Vorbild bietet. “Wenn ich Besuchern aus Amerika dieses Handy zeige, sind sie total verblüfft,” meint etwa Journalist Nobi Hayashi: “In Japan hingegen mit einem iPhone herumzulaufen, lässt einen ziemlich luschig aussehen…”




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